Sonntag, 3. Januar 2010
Kapitel 3 (Teil 2)
Elem’Nardall saß gemütlich in einem Sessel und trank einen guten Schluck Wein als Eriel ihn besuchen kam. „Guten Abend, Bruder“, grüßte sie ihn und ließ sich in dem ihm gegenüberliegenden Sessel fallen. Sofort kam ein Diener herbei, der nach kurzer Blickrückfrage mit seinem Herrn der Prinzessin ebenfalls ein Glas und eine kleine Karaffe Wein brachte. „Ich verstehe nicht, wie du so ruhig bleiben kannst, an Gesicht der Tatsache, dass unsere Mutter uns eine Halbmensche vor die Nase setzen will.“
„Was bringt es jetzt sich darüber aufzuregen, Schwesterlein. Solange Mutter am Leben ist, wird sich daran nichts ändern, weder wir noch irgendwer anders, außer vielleicht Vater, könnten sie umstimmen. Und wie du weist, weilt Vater schon lange nicht mehr bei uns“, erklärte Nardall seiner Schwester gelassen und musterte sie eingehend. Wie so oft trug Eriel nur ein leichtes recht durchscheinendes Kleid, welches gleichzeitig so eng geschnürt war, dass es sämtliche Vorzüge ihres Körpers hervorhob. Ihre goldblonde Haarpracht war zu einer verführerischen Frisur gesteckt worden und ihre Augen und Lippen waren sinnlich geschminkt. Der Ausschnitt ihres Kleides schrie gerade danach, dass jemand seinen Kopf dort niederbettete. So bekam Eriel fast immer was sie wollte und meistens wollte sie jemand damit in ihr Bett holen, dabei spielte es keine Rolle ob Mann oder Frau. Vermutlich war sie gerade auf dem Weg zu einem ihrer vielen Verabredungen und legte hier nur einen Zwischenhalt ein, aber dieser kam Nardall sehr gelegen. Es half seinen eigenen Plänen, dass seine Schwester vorbeigeschaut hatte. So sparte er sich den Weg zu ihr an einem der anderen Tage und er würde noch etwas Spaß haben in der Nacht.
Er zog an der Kordel hinter sich und sofort kam der Diener. Nardall flüsterte ihm etwas ins Ohr und der Diener verschwand. „Ich hoffe Schwester, dass du noch einen kleinen Moment Zeit hast. Ich habe noch ein Geschenk für dich.“
„Ein Geschenk für mich?“ Eriel war etwas misstrauisch, denn von ihren Brüdern war es eher Ferrisvar, der ihr Geschenke machte, aber auch nur weil sie ihn quasi um ihren Finger gewickelt hatte. So verschreckt und Schüchtern wie ihr kleiner Bruder war, viel das auch nicht schwer. Sie würde ihn auch problemlos auf ihre Seite ziehen können, sobald sie eine Idee hatte, wie sie ihre Mutter von dieser hirnrissigen Idee abbringen konnte. Jedoch war sie nicht misstrauisch genug um einem Geschenk widerstehen zu können. Schon gar nicht einem Geschenk wie einem Perlenhalsband von solcher Qualität, welches ihr Nardalls Diener gerade zeigte. „Es ist ein Geschenk für unseren baldigen Sieg, Schwester. Erreda, hilf ihr doch bitte beim Anlegen“, sprach Elem’Nardall und wartete gespannt auf das Ergebnis.
Eriel ließ sich das Halsband anlegen, als sie spürte, dass etwas mit diesem Halsband nicht stimmte war es jedoch schon zu spät. Ihr Geist war schwach und verlor schnell den Kampf gegen die in das Band eingewobene Magie. Der Glanz in ihren Augen wurde stumpf. Sie saß nun da wie einen Puppe, die auf ihren Puppenspieler wartete. „Es ist euch vortrefflich gelungen, Herr“, lobte Erreda den Prinzen und hatte einen durchaus gierigen Blick auf Eriels Dekolleté, jedoch besann er sich auf seine Aufgaben und fuhr fort: „Ich lasse gerade, dass zweite Stück bringen, mein Lord, denn eure Besucherin ist eingetroffen. Aufgrund der Umstände habe ich sie in die Bibliothek geführt.“
„Ah, sehr gut, Danke. Ich weiß, ich habe dir eine Nacht mit meiner nun äußerst willigen Schwester als Belohnung versprochen, aber diese Gelegenheit darf ich nicht ungenutzt lassen“, antwortete Nardall und erhob sich.
„Dafür habe ich Verständnis, Herr. Ich weiß, dass ihr eure Versprechen haltet. Es genügt mir schon, wenn ich diese Nacht erhalte, sobald ihr auf dem Throne sitzt, mein König.“
„Wenn dies so ist, mein treuer Diener, dann werde ich eure Belohnung noch vergrößern. Es gibt soweit ich weiß noch eine andere Dame, welche keine Dirne ist, wie meine Schwester, die euer Herz begehrt habe ich recht.“
„Jawohl, Herr.“ Die Erregung in Erredas Stimme war nicht mehr zu verheimlichen und vermutlich würde er bald dem Druck in seinem Glied ein Ende bereiten, sobald er einen Moment für sich hatte.
„Sie soll euch gehören auf ewig als willige Ehefrau und ich werde euch zum Kanzler ernennen, solltet ihr weiterhin so zuverlässig sein. Doch nun habe ich meinen Gast lange genug warten lassen.“
„Was bringt es jetzt sich darüber aufzuregen, Schwesterlein. Solange Mutter am Leben ist, wird sich daran nichts ändern, weder wir noch irgendwer anders, außer vielleicht Vater, könnten sie umstimmen. Und wie du weist, weilt Vater schon lange nicht mehr bei uns“, erklärte Nardall seiner Schwester gelassen und musterte sie eingehend. Wie so oft trug Eriel nur ein leichtes recht durchscheinendes Kleid, welches gleichzeitig so eng geschnürt war, dass es sämtliche Vorzüge ihres Körpers hervorhob. Ihre goldblonde Haarpracht war zu einer verführerischen Frisur gesteckt worden und ihre Augen und Lippen waren sinnlich geschminkt. Der Ausschnitt ihres Kleides schrie gerade danach, dass jemand seinen Kopf dort niederbettete. So bekam Eriel fast immer was sie wollte und meistens wollte sie jemand damit in ihr Bett holen, dabei spielte es keine Rolle ob Mann oder Frau. Vermutlich war sie gerade auf dem Weg zu einem ihrer vielen Verabredungen und legte hier nur einen Zwischenhalt ein, aber dieser kam Nardall sehr gelegen. Es half seinen eigenen Plänen, dass seine Schwester vorbeigeschaut hatte. So sparte er sich den Weg zu ihr an einem der anderen Tage und er würde noch etwas Spaß haben in der Nacht.
Er zog an der Kordel hinter sich und sofort kam der Diener. Nardall flüsterte ihm etwas ins Ohr und der Diener verschwand. „Ich hoffe Schwester, dass du noch einen kleinen Moment Zeit hast. Ich habe noch ein Geschenk für dich.“
„Ein Geschenk für mich?“ Eriel war etwas misstrauisch, denn von ihren Brüdern war es eher Ferrisvar, der ihr Geschenke machte, aber auch nur weil sie ihn quasi um ihren Finger gewickelt hatte. So verschreckt und Schüchtern wie ihr kleiner Bruder war, viel das auch nicht schwer. Sie würde ihn auch problemlos auf ihre Seite ziehen können, sobald sie eine Idee hatte, wie sie ihre Mutter von dieser hirnrissigen Idee abbringen konnte. Jedoch war sie nicht misstrauisch genug um einem Geschenk widerstehen zu können. Schon gar nicht einem Geschenk wie einem Perlenhalsband von solcher Qualität, welches ihr Nardalls Diener gerade zeigte. „Es ist ein Geschenk für unseren baldigen Sieg, Schwester. Erreda, hilf ihr doch bitte beim Anlegen“, sprach Elem’Nardall und wartete gespannt auf das Ergebnis.
Eriel ließ sich das Halsband anlegen, als sie spürte, dass etwas mit diesem Halsband nicht stimmte war es jedoch schon zu spät. Ihr Geist war schwach und verlor schnell den Kampf gegen die in das Band eingewobene Magie. Der Glanz in ihren Augen wurde stumpf. Sie saß nun da wie einen Puppe, die auf ihren Puppenspieler wartete. „Es ist euch vortrefflich gelungen, Herr“, lobte Erreda den Prinzen und hatte einen durchaus gierigen Blick auf Eriels Dekolleté, jedoch besann er sich auf seine Aufgaben und fuhr fort: „Ich lasse gerade, dass zweite Stück bringen, mein Lord, denn eure Besucherin ist eingetroffen. Aufgrund der Umstände habe ich sie in die Bibliothek geführt.“
„Ah, sehr gut, Danke. Ich weiß, ich habe dir eine Nacht mit meiner nun äußerst willigen Schwester als Belohnung versprochen, aber diese Gelegenheit darf ich nicht ungenutzt lassen“, antwortete Nardall und erhob sich.
„Dafür habe ich Verständnis, Herr. Ich weiß, dass ihr eure Versprechen haltet. Es genügt mir schon, wenn ich diese Nacht erhalte, sobald ihr auf dem Throne sitzt, mein König.“
„Wenn dies so ist, mein treuer Diener, dann werde ich eure Belohnung noch vergrößern. Es gibt soweit ich weiß noch eine andere Dame, welche keine Dirne ist, wie meine Schwester, die euer Herz begehrt habe ich recht.“
„Jawohl, Herr.“ Die Erregung in Erredas Stimme war nicht mehr zu verheimlichen und vermutlich würde er bald dem Druck in seinem Glied ein Ende bereiten, sobald er einen Moment für sich hatte.
„Sie soll euch gehören auf ewig als willige Ehefrau und ich werde euch zum Kanzler ernennen, solltet ihr weiterhin so zuverlässig sein. Doch nun habe ich meinen Gast lange genug warten lassen.“
Sonntag, 26. Juli 2009
Kapitel 3 (Teil 1)
Kapitel 3
Tief im Herzen der Baumstadt Orlasion, der Heimat der Waldelfen, wartete Nim’Elem, Hauptmann der königlichen Leibgarde, auf seinen Adjutanten. Er war längst überfällig und bereitete ihm langsam sorgen. Die Königin würde nicht mehr lange leben. Die Königin hatte sich nach einem fast sechs Jahrhunderte andauerten Leben dazu entschlossen, in die andere Welt zu gehen. Im Gegensatz zum Tod war dies eine Art freudiges verlassen der Welt. Jene Elfen, die sich dafür entschlossen, nutzen die alten Wege des Elfenvolkes in der Zauberkunst und öffneten einen Weg zu einem anderen Ort, wo man jene wieder sehen konnte, die vor einem dorthin gegangen waren und man angeblich ein zweites Leben in der Ewigkeit begann. Deshalb war der Tod eines Elfen ein noch traurigeres Ereignis als bei den anderen Völkern, denn niemand wusste was mit den Seelen der Toten passierte. Man betete nur dafür, dass sie den Weg in die andere Welt finden mochten, damit sie dort weiterleben konnten.
Für Nim’Elem und seine Leute bedeutete dies jedoch fürs erste deutlich mehr Arbeit. Vor allem, da es nun eine Situation gab, welches es noch nie zuvor gegeben hatte. Aufgrund ihrer Langlebigkeit war es eher unüblich, dass Elfenfamilien mehr als ein Kind bekamen, dies war bei der Königsfamilie nicht anders gewesen, bis zur Herrschaft von König Endymion und Königin Alessandra. Sie hatten überraschenderweise vier Kinder bekommen, zwei Töchter und zwei Söhne. Somit stellte sich zum ersten Mal die Frage der Thronfolge, seit bestehen des Königsreichs Isilvars mit seiner Hauptstadt Orlasion, benannt nach dem ersten König.
Es galt nun abzuwägen, wer den Thron besteigen sollte, Prinzessin Eriel, Prinz Ferrisvar oder Prinz Elem’Nardall. Prinzessin Fiora, konnte es nicht mehr werden. Nachdem sie einen Menschen geheiratet, den Wald verlassen und eine Tochter bekommen hatte, ereilte sie der Tod durch eine Krankheit. Jedoch machte die Geburt von Fioras Tochter die Erbfolge noch komplizierter.
Königin Alessandra hatte sich grundsätzlich erstmal für eine Erbfolge nach menschlichem Vorbild entschieden und demnach würde Fioras Tochter Firiel Königin werden. Etwas Unvorstellbares. Eine Halbelfe als Königin, dies konnte nichts Gutes bedeuten. Andererseits war Nim nicht sehr überzeugt davon, dass die anderen Thronerben viel besser waren. Aber genau deswegen wartete er auf seinen Adjutanten. Die Königin hatte ihre Berater zusammengerufen um die Frage der Thronfolge zu klären. Er hatte ihn losgeschickt, um einen Zwischenbericht von den Wachen einzuholen, welche für die Sicherheit beim Treffen sorgten.
Langsam wurde ungeduldig und überlegte selbst zu gehen, als er die Tür hörte und sich ihr zuwandte. Er sah jedoch nicht seinen Adjutanten eintreten sondern Generalin Larissa. Ihr Gesicht zeichneten die gleichen Sorgenfalten wie sein eigenes.
„Ich habe Adson von seiner Aufgabe entbunden, Nim’Elem. Ich hielt es für besser, dir aus erster Hand die Ergebnisse der Thronerbendiskussion mitzuteilen.“ Dies waren ihre grüßende Worte und ohne zu Fragen nahm sie einfach in einem der bequemen Sessel in Nim’Elems Amtszimmer Platz.
„Ist es wirklich so ernst, dass du persönlich kommen musstest?“ fragte Nim nach und schaute aus dem Fenster seines Zimmers über die glänzenden Dächer und Baumkronen der Stadt.
„Ernster als wir beide es wünschen. Unsere Majestät hält an ihrem Plan fest, dass ihre Enkelin hierher nach Isilvar gebracht wird, damit sie sie in die Regierungsgeschäfte einweisen kann. Wir wissen wohl beide, dass wir damit mehr als genug Arbeit bekommen haben. Die Berater der Königin konnten ihr zwar noch ein zweites Treffen abringen, ich befürchte jedoch das Ergebnis wird identisch sein.“
Nim seufzte, er hatte so etwas schon befürchtet und zumindest ein paar Vorkehrungen getroffen, jetzt musste er diese durchführen und weitere Maßnahmen in die Wege leiten. Währenddessen fuhr Larissa fort: „Wir wissen beide, dass sowohl Eriel wie auch Elem’Nardall scharf auf den Thron sind, während Ferrisvar hinter seiner Mutter steht. Die königlichen Berater sind in ihrer Loyalität gespalten. Einige halten zur Königin auch wenn ihnen die Idee nicht gefällt, der Rest würde sich wohl auch Eriels und Nardalls Seite stellen und entsprechend versuchen Militär und Arkanum zu beeinflussen im schlimmsten Fall, müssten wir uns auf einen Bürgerkrieg einstellen. Meinen Analytikern zufolge wird es aber nicht so weit kommen, zumindest nicht in kurzer Zeit. Sie rechnen eher damit, dass schon jetzt Intrigen und Pläne geschmiedet werden, wie man die Entscheidung unserer Majestät für nichtig erklären und sie der Krone entheben kann. Anschließend würde es einen Geschwisterkampf zwischen Nardall und Eriel geben, aus dem Ferrisvar als erstes Opfer hervorgehen würde, damit er nicht als Nutznießer hervor gehen kann.“
Es herrschten einige Sekunden Schweigen, damit sich die Worte setzen konnten. Doch bevor Nim etwas sagen konnte klopfte es an der Tür und nach seiner Aufforderung trat die oberste Jungfer ihrer Majestät ein. „Verzeiht die Störung, aber unsere Majestät Alessandra bittet um ihre gemeinsame Anwesendheit.“ Die beiden schauten sich kurz an und folgten dann der Jungfer zu den Gemächern der Königin.
Tief im Herzen der Baumstadt Orlasion, der Heimat der Waldelfen, wartete Nim’Elem, Hauptmann der königlichen Leibgarde, auf seinen Adjutanten. Er war längst überfällig und bereitete ihm langsam sorgen. Die Königin würde nicht mehr lange leben. Die Königin hatte sich nach einem fast sechs Jahrhunderte andauerten Leben dazu entschlossen, in die andere Welt zu gehen. Im Gegensatz zum Tod war dies eine Art freudiges verlassen der Welt. Jene Elfen, die sich dafür entschlossen, nutzen die alten Wege des Elfenvolkes in der Zauberkunst und öffneten einen Weg zu einem anderen Ort, wo man jene wieder sehen konnte, die vor einem dorthin gegangen waren und man angeblich ein zweites Leben in der Ewigkeit begann. Deshalb war der Tod eines Elfen ein noch traurigeres Ereignis als bei den anderen Völkern, denn niemand wusste was mit den Seelen der Toten passierte. Man betete nur dafür, dass sie den Weg in die andere Welt finden mochten, damit sie dort weiterleben konnten.
Für Nim’Elem und seine Leute bedeutete dies jedoch fürs erste deutlich mehr Arbeit. Vor allem, da es nun eine Situation gab, welches es noch nie zuvor gegeben hatte. Aufgrund ihrer Langlebigkeit war es eher unüblich, dass Elfenfamilien mehr als ein Kind bekamen, dies war bei der Königsfamilie nicht anders gewesen, bis zur Herrschaft von König Endymion und Königin Alessandra. Sie hatten überraschenderweise vier Kinder bekommen, zwei Töchter und zwei Söhne. Somit stellte sich zum ersten Mal die Frage der Thronfolge, seit bestehen des Königsreichs Isilvars mit seiner Hauptstadt Orlasion, benannt nach dem ersten König.
Es galt nun abzuwägen, wer den Thron besteigen sollte, Prinzessin Eriel, Prinz Ferrisvar oder Prinz Elem’Nardall. Prinzessin Fiora, konnte es nicht mehr werden. Nachdem sie einen Menschen geheiratet, den Wald verlassen und eine Tochter bekommen hatte, ereilte sie der Tod durch eine Krankheit. Jedoch machte die Geburt von Fioras Tochter die Erbfolge noch komplizierter.
Königin Alessandra hatte sich grundsätzlich erstmal für eine Erbfolge nach menschlichem Vorbild entschieden und demnach würde Fioras Tochter Firiel Königin werden. Etwas Unvorstellbares. Eine Halbelfe als Königin, dies konnte nichts Gutes bedeuten. Andererseits war Nim nicht sehr überzeugt davon, dass die anderen Thronerben viel besser waren. Aber genau deswegen wartete er auf seinen Adjutanten. Die Königin hatte ihre Berater zusammengerufen um die Frage der Thronfolge zu klären. Er hatte ihn losgeschickt, um einen Zwischenbericht von den Wachen einzuholen, welche für die Sicherheit beim Treffen sorgten.
Langsam wurde ungeduldig und überlegte selbst zu gehen, als er die Tür hörte und sich ihr zuwandte. Er sah jedoch nicht seinen Adjutanten eintreten sondern Generalin Larissa. Ihr Gesicht zeichneten die gleichen Sorgenfalten wie sein eigenes.
„Ich habe Adson von seiner Aufgabe entbunden, Nim’Elem. Ich hielt es für besser, dir aus erster Hand die Ergebnisse der Thronerbendiskussion mitzuteilen.“ Dies waren ihre grüßende Worte und ohne zu Fragen nahm sie einfach in einem der bequemen Sessel in Nim’Elems Amtszimmer Platz.
„Ist es wirklich so ernst, dass du persönlich kommen musstest?“ fragte Nim nach und schaute aus dem Fenster seines Zimmers über die glänzenden Dächer und Baumkronen der Stadt.
„Ernster als wir beide es wünschen. Unsere Majestät hält an ihrem Plan fest, dass ihre Enkelin hierher nach Isilvar gebracht wird, damit sie sie in die Regierungsgeschäfte einweisen kann. Wir wissen wohl beide, dass wir damit mehr als genug Arbeit bekommen haben. Die Berater der Königin konnten ihr zwar noch ein zweites Treffen abringen, ich befürchte jedoch das Ergebnis wird identisch sein.“
Nim seufzte, er hatte so etwas schon befürchtet und zumindest ein paar Vorkehrungen getroffen, jetzt musste er diese durchführen und weitere Maßnahmen in die Wege leiten. Währenddessen fuhr Larissa fort: „Wir wissen beide, dass sowohl Eriel wie auch Elem’Nardall scharf auf den Thron sind, während Ferrisvar hinter seiner Mutter steht. Die königlichen Berater sind in ihrer Loyalität gespalten. Einige halten zur Königin auch wenn ihnen die Idee nicht gefällt, der Rest würde sich wohl auch Eriels und Nardalls Seite stellen und entsprechend versuchen Militär und Arkanum zu beeinflussen im schlimmsten Fall, müssten wir uns auf einen Bürgerkrieg einstellen. Meinen Analytikern zufolge wird es aber nicht so weit kommen, zumindest nicht in kurzer Zeit. Sie rechnen eher damit, dass schon jetzt Intrigen und Pläne geschmiedet werden, wie man die Entscheidung unserer Majestät für nichtig erklären und sie der Krone entheben kann. Anschließend würde es einen Geschwisterkampf zwischen Nardall und Eriel geben, aus dem Ferrisvar als erstes Opfer hervorgehen würde, damit er nicht als Nutznießer hervor gehen kann.“
Es herrschten einige Sekunden Schweigen, damit sich die Worte setzen konnten. Doch bevor Nim etwas sagen konnte klopfte es an der Tür und nach seiner Aufforderung trat die oberste Jungfer ihrer Majestät ein. „Verzeiht die Störung, aber unsere Majestät Alessandra bittet um ihre gemeinsame Anwesendheit.“ Die beiden schauten sich kurz an und folgten dann der Jungfer zu den Gemächern der Königin.
Sonntag, 31. Mai 2009
Kapitel 2
Die Woche bis zum Frühlingsfest verging sehr schnell. Velverins Versuche sich doch noch vor dem Fest zu drücken, wurden gemeinschaftlich von seinen Kollegen blockiert. Derwall hatte alle auf seine Seite gezogen. So mussten zwar Tierra und Deremar leiden und in der Garnison auf die Gefangenen aufpassen, da es noch ein paar Tage dauern würde, bis die Gesetzeshüter aus der Stadt sie abholen würden. Elmar hatte frei bekommen, da er wie viele andere junge Männer an diesem Festtag auch seiner Angebeteten den Hof machen wollte. So es war in der Regel Brauch.
Es war ein schönes Fest, welches zumindest für einen Tag auch zwischen Erzfeinden Frieden stiftete. So arbeiteten die beiden Wirte des Ortes ausnahmsweise zusammen um die Gäste mit Essen und Getränken zu versorgen, obwohl sie sonst einen regelrechten Krieg um die Kundschaft führten. Barden heimische wie auswärtige spielten auf um die Feiernden zum Tanz anzuregen. Gerade bei den jüngeren Bewohnern war dieses Fest beliebt und man spürte förmlich die Liebe in der Luft. Für Vel jedoch kein Anlass sich groß mit den anderen zu unterhalten. Er drückte sich die meiste Zeit in irgendwelchen schattigen Ecken herum und wollte nur seine Ruhe. Vor seinem inneren Auge versuchte er sich vorzustellen, wie das Fest sein würde, wäre Alira noch am Leben und mit ihm hier. Es stimmte ihn jedoch eher trauriger als fröhlicher. Bestimmt hätte sie bei einem der fröhlicheren Lieder zusammen mit den Zwillingen einen einfachen Tanz vorgeführt und sie hätten gemeinsam gelacht. Dies war einer der Momente, in denen Vel seine Familie wirklich vermisste. Es half jedoch nichts sich über die Dinge Gedanken zu machen, welche man nicht ändern konnte, daher schaute er wieder den anderen zu. Sein Blick fiel automatisch auf Firiel, die gerade mit ihrem Vater und ihrer Lehrmeisterin angekommen war. Sie trug ihre blonden Haare offen und leicht gelockt. Was sie anhatte nahm Vel nicht war, denn an ihren Augen blieb sein Blick haften. Erneut murmelte er vor sich hin, dass sie die gleichen Augen wie Alira hatte. Es war zwar erst zum zweiten Male, dass er sie sah, aber sie fesselte ihn. Als er ihr Lächeln sah, erinnerte es ihn ebenfalls an seine verstorbene Frau und wollte sich abwenden, denn er kam sich plötzlich schmutzig vor, sie so aus dem Schatten heraus zu beobachten, aber er konnte nicht.
Firiel freute sich, endlich war sie mal wieder unter Leuten. Natürlich musste sie sich auf dem Weg zum Fest ständig die mahnenden Worte ihres Vaters und ihrer Lehrerin anhören, aber sie wollte heute nicht daran denken. Sie wollte wie die anderen tanzen und Spaß haben. Jedoch hielt sie sich anfangs zurück und unterhielt nur einen Plausch hier und dort. Dies änderte sich als sie Dagmar endlich fand. Ihre Magd war überglücklich und zeigte ihr stolz den einfachen Silberring, den sie von ihrem Verlobten bekomme hatte und erzählte natürlich auch sehr ausgiebig wie rührend der Antrag war, sie musste einfach ja sagen. Firiel freute sich mit ihr, aber sie interessierte eher etwas anderes, denn sie hatte ihre Magd quasi als Spionin eingesetzt um mehr über den Svart Alfar zu erfahren, jedoch waren die Ergebnisse eher nüchtern gewesen. Dagmar hatte sich nicht getraut mit seinen Kollegen zu tratschen, außer mit Elmar und der wusste nichts. So hoffte nun Firiel darauf, dass er hier war und sie vielleicht mit ihm reden konnte. „Hast du ihn gesehen?“ fragte sie Dagmar. „Nur kurz. Er war hier oder ist noch hier, ich weiß nicht. Ach Vorin war so süß, wie er vor mir gekniet hat und mir den Ring entgegen streckte“, antwortete die Magd und war schon wieder bei ihrer Verlobung, zu Firiels Leidwesen. Es half nichts am heutigen Festtag war sie als Spionin kaum zu gebrauchen, vor allem nach der Verlobung also musste sie selbst nach ihm Ausschau halten. Sie hörte Dagmar noch eine Weile zu, wie sie sich selbst ständig wiederholte, bis Firiel endlich von Vorin erlöst wurde, der seine Verlobte zum Tanz abholte. Diese Gelegenheit ließ sich Firiel nicht entgehen und schaute selbst nach Velverin, aber sie fand ihn nicht. Sie fand nur ihren Vater und ihre Lehrmeisterin in einem zärtlichen Tanz versunken. Sie fragte sich, ob ihr Vater heute auch endlich den Mut für den Antrag aufbrauchte. Zumindest redete er ständig davon. Firiel wusste jedoch nur zu gut, dass ihr Vater in der Beziehung mitunter ein Angsthase war. Kurz schaute sie den beiden Turteltauben noch zu und setzte ihre Reise dann erfolglos fort. Von Sheriff Derwall erfuhr sie zwar, dass Vel hier irgendwo sein musste, aber auch er hatte seinen Freund schon längere Zeit nicht gesehen. Es war zum Verzweifeln. Jetzt konnte sie endlich etwas Aufregendes erleben und es versteckte sich vor ihr.
Die junge Frau war wirklich hartnäckig ihn zu finden, dachte sich Velverin. Er hatte durchaus ein paar Mal sein Versteck wechseln müssen, damit sie ihn nicht fand. Es war ihr zwar nicht fair gegenüber aber Vel spürte zu deutlich den alten Schmerz wenn er sie sah. Er konnte noch nicht mal sagen wieso Firiel ihn an seine verstorbene Frau erinnerte. Sie konnten gar nicht unterschiedlicher sein. Firiel war eine Halbelfe mit langem blondem Haar und blauen Augen und einer eher zierlichen Gestalt. Alira hingegen war wie Vel selbst eine Dunkelelfe gewesen, hatte wie er weißes Haar, welches sie kurz getragen hatte, leuchtend roten Augen und aufgrund ihrer kriegerischen Vergangenheit einen durchtrainierten Körper. Doch trotz dieser Unterschiede erinnerte Firiel ihn in jeder Beziehung an seine verstorbene Frau. Zum einen der Blick von Firiel war genauso liebevoll wie Aliras und das Lächeln genauso warmherzig.
Mittlerweile war Vel sich sicher, dass es eine blödsinnige Idee gewesen war auf dieses Fest zu kommen. Er hatte zwar ein wenig Spaß gehabt bevor Firiel aufgetaucht ist, aber so richtig hatte er sich nicht öffnen können. Er war über ein Jahrhundert mit Vorurteilen und offenem Hass von den anderen Völkern begrüßt worden, dass er sich nicht so richtig öffnen konnte. Zumindest nicht so einer breiten Menge. Deshalb beschloss er nach Hause zu gehen. Dieses Vorhaben änderte sich jedoch, als irgendetwas auf ihn herabrieselte. Als er dann Firiel wieder erblickte, konnte er nicht anders als weiter zu beobachten. Er tat es jedoch wieder gut versteckt, er wollte nicht, dass man ihm irgendetwas nachsagte, weil er heimlich einer Frau nachschaute.
Sie hatte von ihm abgelassen, da ein Bursche in ihrem Alter sie zum Tanz aufgefordert hatte. Während er Firiel so zusah, fühlte er sich in angenehmere Zeiten mit Alira zurückversetzt. Vor seinem inneren Auge tanzte er wieder mit seiner geliebten Frau, lachte mit ihr, als ihre junge Tochter ihm das nicht schmeckende Apfelmus ins Gesicht warf und noch erfreute sich noch an weiteren fröhlichen Erinnerungen. Ab einem bestimmten war die Welt seiner Erinnerungen mit der Wirklichkeit verschmolzen.
Firiel tanzte mit Erland, dem Sohn des Bürgermeisters. Es war ihm deutlich anzusehen, dass er sich bestimmte Hoffnungen aufgrund seiner Stellung machte. Bei Firiel würde er zwar damit nicht weit kommen, aber das hinderte den Kerl nicht daran. Sie hatte dem Tanz auch nur zugestimmt, da ihr die Suche nach dem Svart Alfar mittlerweile zu lange gedauert hatte und auch langweilig geworden war. Das Fest näherte sich auch langsam dem ruhigeren Teil, wo sich jeder erschöpft auf den Bänken und Stühlen niederließ um sich an Bier und Wein zu erfreuen wie auch an dem Festbraten. Für Firiel eher die Zeit wo sie nach Hause gehen würden. Bis dahin wollte sie aber das Fest genießen. Sie ging sogar soweit sich zu einem schnellen Tanz überreden zu lassen, obwohl sie es eigentlich besser wissen müsste.
Geltrude sah wie Firiel in den schnellen Tanz einstimmte. Das war ihre Chance. Sie durfte ihren Einfluss auf Firiel und Arthur nicht verspielen, in dem Firiel mutiger wurde, wenn sie so eine törichte Tat wie den schnellen Frühlingstanz zu beenden. Außerdem würde sie Arthur anschließend ein paar manipulierende Worte einflüstern, weshalb dieser dann auf den Sohn des Bürgermeisters losgehen würde, wie eben ein erboster Vater so etwas nun mal tut. Mit dieser Absicht sprach sie wie schon so einen Erschöpfungszauber über Firiel, denn die junge Halbelfe hatte mitnichten ein schwaches Herz, aber mit etwas Hilfe von Magie, konnte man das jemanden gut einreden.
Kaum hatte sie das letzte Wort des Zaubers gesprochen, da setzte auch schon die Wirkung ein. Es begann mit einem leichtem Schmerz in der Brust, schwerem Atem und dann eben der Zusammenbruch. Sofort machte sich Geltrude zu ihrem Schützling auf, stoppte doch wie alle anderen auch, als ein verzweifelter Schrei durch die Luft schnitt.
Velverin schrie. Er sah wie Alira zu Boden ging. Er konnte sie nicht verlieren, nicht dieses Mal. Er war vollkommen in seine Erinnerungen versunken, dass er sich an einem ganz anderen Ort befand war vergessen. Auch die Tatsache, dass bis vor ein paar Sekunden er noch derjenige war, der mit Alira getanzt hatte und nicht sein Bruder Ranaghar, sah er nun diesen neben ihr. Rein aus Reflex zog er seinen Dolch und stürmte auf Alira zu. Er schwang seine Waffe hin und her, um die Soldaten seines Bruders zu verscheuchen, sie machten bereitwillig vor seinem wütenden Ansturm Platz. Mit einem gewaltigen Körperstoß holte er seinen überraschten Bruder von den Füßen und kniete sich dann neben seine Frau. „Alira, bleib bei mir! Geh nicht! Ich brauch dich!“ rief er. Sie atmete nur flach. Er musste sie von hier fortbringen und hoffen, dass er rechtzeitig etwas unternehmen konnte, aber er war von Feinden umgeben. Es gab nur einen verzweifelten Weg für ihn. Er riss seinen Bruder am Kragen hoch und drückte die Klinge seines Dolches leicht an den Hals. „Sag ihnen sie sollen den Weg frei machen oder ich schneide dir Kehle durch, Bruder!“ befahl er wütend. Sein Bruder schien jedoch aus irgendwelchen Gründen nicht zu verstehen. „Jetzt mach schon!“
Geltrudes Plan hatte sich durch Vels eingreifen in ein totales Chaos verwandelt. Sie wollte Erland anschnauzen und dann sich mit Firiel verabschieden, so wie es immer tat. Doch die Situation war vollkommen außer Kontrolle. Der Svart Alfar drückte Erland einen Dolch an die Kehle, nach dem er ihn zuvor brutal umgestoßen hatte. Zudem schrie er ihn auf einer Sprache an, die niemand verstand. Die anderen Bürger wussten auch nicht so recht was sie tun sollten. Teilweise hatten sie selbst Angst verletzt zu werden. Geltrude selbst musste überlegen was sie tat. Kampf war noch nie ihre Stärke gewesen, aber sie war die einzige, die vielleicht etwas unternehmen konnte. Auf Anhieb fiel ihr nur ein Schlafzauber ein, dieser verpuffte jedoch zu ihrer eigenen Überraschung wirkungslos. Zum Glück war sie jedoch nicht, die einzige welche endlich reagiert hatte. Sheriff Derwall hatte irgendwoher einen Holzknüppel bekommen und schlug damit auf den Hinterkopf des Svart Alfar, welcher dann besinnungslos zu Boden sackte. Es war äußerst deutlich, dass das Fest nun wohl eher beendet war.
Es war ein schönes Fest, welches zumindest für einen Tag auch zwischen Erzfeinden Frieden stiftete. So arbeiteten die beiden Wirte des Ortes ausnahmsweise zusammen um die Gäste mit Essen und Getränken zu versorgen, obwohl sie sonst einen regelrechten Krieg um die Kundschaft führten. Barden heimische wie auswärtige spielten auf um die Feiernden zum Tanz anzuregen. Gerade bei den jüngeren Bewohnern war dieses Fest beliebt und man spürte förmlich die Liebe in der Luft. Für Vel jedoch kein Anlass sich groß mit den anderen zu unterhalten. Er drückte sich die meiste Zeit in irgendwelchen schattigen Ecken herum und wollte nur seine Ruhe. Vor seinem inneren Auge versuchte er sich vorzustellen, wie das Fest sein würde, wäre Alira noch am Leben und mit ihm hier. Es stimmte ihn jedoch eher trauriger als fröhlicher. Bestimmt hätte sie bei einem der fröhlicheren Lieder zusammen mit den Zwillingen einen einfachen Tanz vorgeführt und sie hätten gemeinsam gelacht. Dies war einer der Momente, in denen Vel seine Familie wirklich vermisste. Es half jedoch nichts sich über die Dinge Gedanken zu machen, welche man nicht ändern konnte, daher schaute er wieder den anderen zu. Sein Blick fiel automatisch auf Firiel, die gerade mit ihrem Vater und ihrer Lehrmeisterin angekommen war. Sie trug ihre blonden Haare offen und leicht gelockt. Was sie anhatte nahm Vel nicht war, denn an ihren Augen blieb sein Blick haften. Erneut murmelte er vor sich hin, dass sie die gleichen Augen wie Alira hatte. Es war zwar erst zum zweiten Male, dass er sie sah, aber sie fesselte ihn. Als er ihr Lächeln sah, erinnerte es ihn ebenfalls an seine verstorbene Frau und wollte sich abwenden, denn er kam sich plötzlich schmutzig vor, sie so aus dem Schatten heraus zu beobachten, aber er konnte nicht.
Firiel freute sich, endlich war sie mal wieder unter Leuten. Natürlich musste sie sich auf dem Weg zum Fest ständig die mahnenden Worte ihres Vaters und ihrer Lehrerin anhören, aber sie wollte heute nicht daran denken. Sie wollte wie die anderen tanzen und Spaß haben. Jedoch hielt sie sich anfangs zurück und unterhielt nur einen Plausch hier und dort. Dies änderte sich als sie Dagmar endlich fand. Ihre Magd war überglücklich und zeigte ihr stolz den einfachen Silberring, den sie von ihrem Verlobten bekomme hatte und erzählte natürlich auch sehr ausgiebig wie rührend der Antrag war, sie musste einfach ja sagen. Firiel freute sich mit ihr, aber sie interessierte eher etwas anderes, denn sie hatte ihre Magd quasi als Spionin eingesetzt um mehr über den Svart Alfar zu erfahren, jedoch waren die Ergebnisse eher nüchtern gewesen. Dagmar hatte sich nicht getraut mit seinen Kollegen zu tratschen, außer mit Elmar und der wusste nichts. So hoffte nun Firiel darauf, dass er hier war und sie vielleicht mit ihm reden konnte. „Hast du ihn gesehen?“ fragte sie Dagmar. „Nur kurz. Er war hier oder ist noch hier, ich weiß nicht. Ach Vorin war so süß, wie er vor mir gekniet hat und mir den Ring entgegen streckte“, antwortete die Magd und war schon wieder bei ihrer Verlobung, zu Firiels Leidwesen. Es half nichts am heutigen Festtag war sie als Spionin kaum zu gebrauchen, vor allem nach der Verlobung also musste sie selbst nach ihm Ausschau halten. Sie hörte Dagmar noch eine Weile zu, wie sie sich selbst ständig wiederholte, bis Firiel endlich von Vorin erlöst wurde, der seine Verlobte zum Tanz abholte. Diese Gelegenheit ließ sich Firiel nicht entgehen und schaute selbst nach Velverin, aber sie fand ihn nicht. Sie fand nur ihren Vater und ihre Lehrmeisterin in einem zärtlichen Tanz versunken. Sie fragte sich, ob ihr Vater heute auch endlich den Mut für den Antrag aufbrauchte. Zumindest redete er ständig davon. Firiel wusste jedoch nur zu gut, dass ihr Vater in der Beziehung mitunter ein Angsthase war. Kurz schaute sie den beiden Turteltauben noch zu und setzte ihre Reise dann erfolglos fort. Von Sheriff Derwall erfuhr sie zwar, dass Vel hier irgendwo sein musste, aber auch er hatte seinen Freund schon längere Zeit nicht gesehen. Es war zum Verzweifeln. Jetzt konnte sie endlich etwas Aufregendes erleben und es versteckte sich vor ihr.
Die junge Frau war wirklich hartnäckig ihn zu finden, dachte sich Velverin. Er hatte durchaus ein paar Mal sein Versteck wechseln müssen, damit sie ihn nicht fand. Es war ihr zwar nicht fair gegenüber aber Vel spürte zu deutlich den alten Schmerz wenn er sie sah. Er konnte noch nicht mal sagen wieso Firiel ihn an seine verstorbene Frau erinnerte. Sie konnten gar nicht unterschiedlicher sein. Firiel war eine Halbelfe mit langem blondem Haar und blauen Augen und einer eher zierlichen Gestalt. Alira hingegen war wie Vel selbst eine Dunkelelfe gewesen, hatte wie er weißes Haar, welches sie kurz getragen hatte, leuchtend roten Augen und aufgrund ihrer kriegerischen Vergangenheit einen durchtrainierten Körper. Doch trotz dieser Unterschiede erinnerte Firiel ihn in jeder Beziehung an seine verstorbene Frau. Zum einen der Blick von Firiel war genauso liebevoll wie Aliras und das Lächeln genauso warmherzig.
Mittlerweile war Vel sich sicher, dass es eine blödsinnige Idee gewesen war auf dieses Fest zu kommen. Er hatte zwar ein wenig Spaß gehabt bevor Firiel aufgetaucht ist, aber so richtig hatte er sich nicht öffnen können. Er war über ein Jahrhundert mit Vorurteilen und offenem Hass von den anderen Völkern begrüßt worden, dass er sich nicht so richtig öffnen konnte. Zumindest nicht so einer breiten Menge. Deshalb beschloss er nach Hause zu gehen. Dieses Vorhaben änderte sich jedoch, als irgendetwas auf ihn herabrieselte. Als er dann Firiel wieder erblickte, konnte er nicht anders als weiter zu beobachten. Er tat es jedoch wieder gut versteckt, er wollte nicht, dass man ihm irgendetwas nachsagte, weil er heimlich einer Frau nachschaute.
Sie hatte von ihm abgelassen, da ein Bursche in ihrem Alter sie zum Tanz aufgefordert hatte. Während er Firiel so zusah, fühlte er sich in angenehmere Zeiten mit Alira zurückversetzt. Vor seinem inneren Auge tanzte er wieder mit seiner geliebten Frau, lachte mit ihr, als ihre junge Tochter ihm das nicht schmeckende Apfelmus ins Gesicht warf und noch erfreute sich noch an weiteren fröhlichen Erinnerungen. Ab einem bestimmten war die Welt seiner Erinnerungen mit der Wirklichkeit verschmolzen.
Firiel tanzte mit Erland, dem Sohn des Bürgermeisters. Es war ihm deutlich anzusehen, dass er sich bestimmte Hoffnungen aufgrund seiner Stellung machte. Bei Firiel würde er zwar damit nicht weit kommen, aber das hinderte den Kerl nicht daran. Sie hatte dem Tanz auch nur zugestimmt, da ihr die Suche nach dem Svart Alfar mittlerweile zu lange gedauert hatte und auch langweilig geworden war. Das Fest näherte sich auch langsam dem ruhigeren Teil, wo sich jeder erschöpft auf den Bänken und Stühlen niederließ um sich an Bier und Wein zu erfreuen wie auch an dem Festbraten. Für Firiel eher die Zeit wo sie nach Hause gehen würden. Bis dahin wollte sie aber das Fest genießen. Sie ging sogar soweit sich zu einem schnellen Tanz überreden zu lassen, obwohl sie es eigentlich besser wissen müsste.
Geltrude sah wie Firiel in den schnellen Tanz einstimmte. Das war ihre Chance. Sie durfte ihren Einfluss auf Firiel und Arthur nicht verspielen, in dem Firiel mutiger wurde, wenn sie so eine törichte Tat wie den schnellen Frühlingstanz zu beenden. Außerdem würde sie Arthur anschließend ein paar manipulierende Worte einflüstern, weshalb dieser dann auf den Sohn des Bürgermeisters losgehen würde, wie eben ein erboster Vater so etwas nun mal tut. Mit dieser Absicht sprach sie wie schon so einen Erschöpfungszauber über Firiel, denn die junge Halbelfe hatte mitnichten ein schwaches Herz, aber mit etwas Hilfe von Magie, konnte man das jemanden gut einreden.
Kaum hatte sie das letzte Wort des Zaubers gesprochen, da setzte auch schon die Wirkung ein. Es begann mit einem leichtem Schmerz in der Brust, schwerem Atem und dann eben der Zusammenbruch. Sofort machte sich Geltrude zu ihrem Schützling auf, stoppte doch wie alle anderen auch, als ein verzweifelter Schrei durch die Luft schnitt.
Velverin schrie. Er sah wie Alira zu Boden ging. Er konnte sie nicht verlieren, nicht dieses Mal. Er war vollkommen in seine Erinnerungen versunken, dass er sich an einem ganz anderen Ort befand war vergessen. Auch die Tatsache, dass bis vor ein paar Sekunden er noch derjenige war, der mit Alira getanzt hatte und nicht sein Bruder Ranaghar, sah er nun diesen neben ihr. Rein aus Reflex zog er seinen Dolch und stürmte auf Alira zu. Er schwang seine Waffe hin und her, um die Soldaten seines Bruders zu verscheuchen, sie machten bereitwillig vor seinem wütenden Ansturm Platz. Mit einem gewaltigen Körperstoß holte er seinen überraschten Bruder von den Füßen und kniete sich dann neben seine Frau. „Alira, bleib bei mir! Geh nicht! Ich brauch dich!“ rief er. Sie atmete nur flach. Er musste sie von hier fortbringen und hoffen, dass er rechtzeitig etwas unternehmen konnte, aber er war von Feinden umgeben. Es gab nur einen verzweifelten Weg für ihn. Er riss seinen Bruder am Kragen hoch und drückte die Klinge seines Dolches leicht an den Hals. „Sag ihnen sie sollen den Weg frei machen oder ich schneide dir Kehle durch, Bruder!“ befahl er wütend. Sein Bruder schien jedoch aus irgendwelchen Gründen nicht zu verstehen. „Jetzt mach schon!“
Geltrudes Plan hatte sich durch Vels eingreifen in ein totales Chaos verwandelt. Sie wollte Erland anschnauzen und dann sich mit Firiel verabschieden, so wie es immer tat. Doch die Situation war vollkommen außer Kontrolle. Der Svart Alfar drückte Erland einen Dolch an die Kehle, nach dem er ihn zuvor brutal umgestoßen hatte. Zudem schrie er ihn auf einer Sprache an, die niemand verstand. Die anderen Bürger wussten auch nicht so recht was sie tun sollten. Teilweise hatten sie selbst Angst verletzt zu werden. Geltrude selbst musste überlegen was sie tat. Kampf war noch nie ihre Stärke gewesen, aber sie war die einzige, die vielleicht etwas unternehmen konnte. Auf Anhieb fiel ihr nur ein Schlafzauber ein, dieser verpuffte jedoch zu ihrer eigenen Überraschung wirkungslos. Zum Glück war sie jedoch nicht, die einzige welche endlich reagiert hatte. Sheriff Derwall hatte irgendwoher einen Holzknüppel bekommen und schlug damit auf den Hinterkopf des Svart Alfar, welcher dann besinnungslos zu Boden sackte. Es war äußerst deutlich, dass das Fest nun wohl eher beendet war.
Dienstag, 19. Mai 2009
Kapitel 1
Es war ein schöner Tag und der Wind wehte den frischen Geruch des Frühlings in Firiels Zimmer. Noch eine Woche blieb bis das Frühlingsfest in Forstwangen stattfinden würde. Dieses Fest war ihr Lieblingsfest. Sie konnte nicht genau sagen wieso, vielleicht lag es einfach daran, dass alles wieder zum Leben erwachte und wieder schön wurde, nach dem grauen Winter.
Bevor sie sich jedoch beim Fest freuen und Spaß haben konnte, freute sie sich über den heutigen Tag. Heute würde sie ausgehen und sich ein neues Kleid extra für das Fest kaufen. Nur ein kleiner Schatten drückte die Stimmung. Seit rund drei Jahren litt Firiel hin und wieder unter Schwächeanfällen, wenn ihr Körper sich zu sehr anstrengte. Solch ein Schwächeanfall hatte Firiel vor 10 Jahren ihrer Mutter beraubt und seit sich die Anzeichen bei Firiel auch gezeigt hatten, war ihr Vater der Mann mit den größten Sorgen auf der Welt. Egal was Firiel tat ihr Vater hatte immer einen Einwand gehabt, als könne sie mit ihren 23 Jahren nicht auf sich selbst aufpassen. Unterstütz wurde ihr Vater Arthur von Firiels Lehrmeisterin der weißen Magie Geltrude. Seufzend hatte sie sich also ihrem Schicksal gefügt, auch wenn sie gar nicht mochte. Sie fühlte sich wie eine eingesperrte Prinzessin aus den romantischen Geschichten, die so gerne zwischendurch las.
Vom offenen Fenster hörte sie das Trappen der Pferde und das Rollen der Kutschenräder über den Hof. Wenige Augenblicke klopfte es auch an ihrer Tür. „Miss, die Kutsche ist bereit“, informierte sie Dagmar, ihre Dienstmagd. „Ich komme“, antwortete Firiel fröhlich und griff sich einen schönen Hut und prüfte noch mal im Spiegel ob alles gut aussah. Sie kam nur selten aus dem Haus und wollte, wenn sie denn schon mal unterwegs war, für die Männer da draußen gut aussehen. Sie hoffte ja, dass es da draußen in Forstwangen einen Mann gab, der zu ihr passte und sich um sie sorgte und sie von ganzem Herzen liebte, damit ihrem Vater etwas Last von den Schultern genommen werden konnte. Leider schien genau das Verhalten ihres Vaters der Grund zu sein, wieso sich keiner traute ihr den Hof zu machen, dies tratsche zumindest Dagmar, wenn sie beide alleine waren. Es gäbe genug Männer, die sich nach ihr den Hals verrenkten, aber ein Blick ihres Vaters genügte um sie woanders hinsehen zu lassen.
Firiel seufzte und sprach einen kleinen Zauberspruch, der ihr Herz stärken sollte, damit ihr Ausflug nicht voreilig beendet werden musste und ging dann zur Kutsche. Wo ihr Vater wartete. „Sei vorsichtig, Kleines. Ich wüsste nicht was ich tun soll, wenn auch du von mir gerissen werden würdest“, sagte ihr Vater besorgt, als er ihr in die Kutsche half, welche er extra wegen Firiels Krankheit gekauft hatte und nach Firiels Meinung vollkommen übertrieben war. Geltrude stieg nach Firiel in den Wagen und meinte: „Keine Angst Arthur, ich bin bei ihr, ich werde auf unseren Engel schon aufpassen“, sie machte dabei ein paar deutliche Anzeichen zu Arthur und gab dem Kutscher anschließend Bescheid loszufahren.
Sie führten die Verbrecher nach Forstwangen. Derwall, der Sheriff des Ortes bildete die Spitze, danach führte Elmar, der jüngste Zuwachs der Ordnungshüter, die Wilddiebe, welche von Tierra und Deremar begleitet wurden. Velverin sorgte für die Absicherung nach Hinten. Er war vor sechs Monaten hier in Forstwangen eingetroffen. Zuvor war er einfach nur durch das Land gestreift um es kennen zu lernen. Hierbei lernte er, dass im Gegensatz zu den anderen Ländern, welche er besucht hatte, Dunkelelfen nicht anders als andere Völker behandelt wurden. Sie lebten zwar ebenfalls eher unterirdisch, aber eher friedlich wie ihre Brüder und Schwestern auf der Oberfläche. Dies hatte ihn dazubewogen ein zu Hause zu suchen und in Forstwangen hatte er es gefunden.
In Derwall hatte er einen guten Freund gefunden und sich von ihm breit schlagen lassen, den Ordnungshütern beizutreten, ebenso war er bei ihm untergekommen. Ihm hatte er auch erzählt, dass er nicht einer der Dunkelelfen aus den hiesigen Ländern war. Es schien Derwall nicht zu stören und behielt es auch für sich. Überraschenderweise hatte Derwall Velverin nach einem Monat zu seinem Stellvertreter ernannt, obwohl Tierra und Deremar schon länger bei den Ordnungshütern dienten als Vel. Sie akzeptierten es ohne Widerspruch, auf Deremars Gesicht schien sich sogar Erleichterung widerzuspiegeln.
Derwall hatte Vel auch in seinem Haus aufgenommen, welches er alleine bewohnte, seit seine Frau verstorben war und seine Tochter geheiratet hatte. Seine Tochter Linda wohnte zusammen mit ihrem Mann Derrick und ihrem gemeinsamen Sohn Carrik auf dem gleichen Hof wie Derwall, hatten sich jedoch ein kleineres Haus errichtet und sie kümmerten sich auch um den Hof, da Derwalls Pflichten dies kaum zu ließen, trotzdem half er wo er konnte und Velverin wurde da auch mit eingespannt. Es fühlte sich wirklich wie ein zu Hause musste Velverin sich eingestehen und er hoffte, dass seine Familie endlich nachkommen würde. Aber wenn er bedachte wie lange er unterwegs gewesen war, bis er diesen Ort gefunden hatte. Konnte es noch etwas dauern. Ohne die Geschehnisse seiner Reise und auf direktem Wege würde die Dauer auf ungefähr ein Jahr schätzen. Es würde also noch eine Weile dauern bis sie ankommen würden.
Nachdem sie die Verbrecher eingesperrt hatten. Verließen Derwall und Vel das Garnisonsgebäude und ließen die anderen drei zurück. Sie waren kaum die Tür heraus, da fuhr Firiels Kutsche vorbei zur Verwunderung von Velverin. „Haben wir etwa hohen Besuch?“ fragte er seinen Freund. „Nein, nein“, antwortete er mit einem Lächeln. „Du kannst es kaum wissen, da du dich so gut wie nie im Ort blicken lässt. Aber du kennst doch sicher Arthur Astrae. An und für sich auch nicht so wichtig. Arthur zog mit seiner Tochter vor zwei oder drei Jahren aus Garanda her. Seine Tochter soll ein schwaches Herz haben und deswegen hat er ihr diese Kutsche geschenkt, damit sie sich nicht anstrengen muss und deswegen haben sie auch die große Stadt verlassen. Sie werden wohl fürs Fest einkaufen gehen.“ Velverin nickte es nur ab und sie gingen weiter in Richtung von Derwalls Hof.
„Da fällt mir gerade ein, wir müssen für dich auch noch was anfertigen lassen. Mit deinen alten Schinken von Kleidern kannst du dich kaum auf dem Frühlingsfest blicken lassen.“
Damit spielte Derwall auf Vels Kleidungsstücke an, die alle schon ziemlich abgenutzt waren und zudem bezweifelte er, dass sein dunkelhäutiger Freund, überhaupt etwas Festliches mit sich führte.
„Ich werde wohl eh nicht hingehen“, meinte Velverin nur trocken. Seit dem Tod seiner Frau war er nicht mehr so wild auf Festlichkeiten.
„Und ob du hingehen wirst. Wenn du dir ernsthaft ein neues Leben mit deiner Familie hier aufbauen willst, dann solltest du endlich mal mehr am Gemeinschaftsleben teilnehmen und dich nicht deine ganze freie Zeit nutzen, um dich im Haus zu verkriechen. Am besten machen wir das jetzt sofort, bevor du noch irgendeine Ausrede findest und anschließend gönnen wir uns noch ein Bierchen!“ Derwall klopfte Velverin kräftig auf die Schulter und schob ihn dann förmlich zur Schneiderei.
Firiel stand ganz still auf dem Sockel während Margarete, die alte Schneiderin Maß nahm. Anschließend brachte eine Gehilfin ein paar Stoffe herein, für einen musste Firiel sich entscheiden, das Problem war nur, dass ihr alle gefielen. Während sie sich die Stufe ansah, nahm die Schneiderin bei Geltrude Maß. Geltrude war gerade fertig und konnte sich nun auch den Stoffen zuwenden, als die kleine Glocke an der Eingangstür zur Schneiderei klingelte.
Velverin und Derwall waren angekommen und warteten im Verkaufsraum. Sie wurden von Margarete freundlich empfangen und gebeten doch bitte noch zu warten und verwies damit quasi auf Firiel und Geltrude.
Es dauerte noch gut eine Stunde bis die beiden Damen endlich fertig waren. Sie verabschiedeten sich von der alten Schneiderin und gingen durch den Verkaufsraum. Dabei fiel Firiel zum ersten Mal Velverin auf, der mit seiner dunklen Hautfarbe und seiner Augenklappe auffiel ohne Ende. Ihre Augen trafen sich kurz und Velverin sagte etwas, Firiel verstand es jedoch nicht. Wieder in der Kutsche fragte sie ihre Lehrerin: „Wer war denn das neben Herr Derwall? Ich habe ihn noch nie gesehen.“
„Er ist ein neues Mitglied unserer Ordnungshüter. Vilvaren oder so ähnlich, heißt er glaub ich. Er zeigt sich jedoch nicht sehr oft, wenn die Gerüchte stimmen. Außerdem soll er ein Svart Alfar sein“, erklärte Geltrude.
„Ein Svart Alfar?“ Firiel war ganz aufgeregt. „Hier bei uns?“
„Kind, denk an dein Herz“, ermahnte Geltrude und befürchtete, dass Firiel sich zu sehr für den Fremdling interessieren könnte. Er würde definitiv einen schlechten Einfluss bedeuten ihrer Meinung nach, vor allem für ihre Pläne. Ihre Pläne für Firiel sahen keinen Mann in ihrem Leben vor und bisher konnte sie Arthur gut genug kontrollieren, dass er jeden Werber um Firiel ablehnte. Sie musste jedoch dabei auch vorsichtig sein. Im Gegensatz zu ihrer Zeit in Garanda konnte sie hier in Forstwangen nur begrenzt auf ihre Verbindung zurückgreifen.
Bevor sie sich jedoch beim Fest freuen und Spaß haben konnte, freute sie sich über den heutigen Tag. Heute würde sie ausgehen und sich ein neues Kleid extra für das Fest kaufen. Nur ein kleiner Schatten drückte die Stimmung. Seit rund drei Jahren litt Firiel hin und wieder unter Schwächeanfällen, wenn ihr Körper sich zu sehr anstrengte. Solch ein Schwächeanfall hatte Firiel vor 10 Jahren ihrer Mutter beraubt und seit sich die Anzeichen bei Firiel auch gezeigt hatten, war ihr Vater der Mann mit den größten Sorgen auf der Welt. Egal was Firiel tat ihr Vater hatte immer einen Einwand gehabt, als könne sie mit ihren 23 Jahren nicht auf sich selbst aufpassen. Unterstütz wurde ihr Vater Arthur von Firiels Lehrmeisterin der weißen Magie Geltrude. Seufzend hatte sie sich also ihrem Schicksal gefügt, auch wenn sie gar nicht mochte. Sie fühlte sich wie eine eingesperrte Prinzessin aus den romantischen Geschichten, die so gerne zwischendurch las.
Vom offenen Fenster hörte sie das Trappen der Pferde und das Rollen der Kutschenräder über den Hof. Wenige Augenblicke klopfte es auch an ihrer Tür. „Miss, die Kutsche ist bereit“, informierte sie Dagmar, ihre Dienstmagd. „Ich komme“, antwortete Firiel fröhlich und griff sich einen schönen Hut und prüfte noch mal im Spiegel ob alles gut aussah. Sie kam nur selten aus dem Haus und wollte, wenn sie denn schon mal unterwegs war, für die Männer da draußen gut aussehen. Sie hoffte ja, dass es da draußen in Forstwangen einen Mann gab, der zu ihr passte und sich um sie sorgte und sie von ganzem Herzen liebte, damit ihrem Vater etwas Last von den Schultern genommen werden konnte. Leider schien genau das Verhalten ihres Vaters der Grund zu sein, wieso sich keiner traute ihr den Hof zu machen, dies tratsche zumindest Dagmar, wenn sie beide alleine waren. Es gäbe genug Männer, die sich nach ihr den Hals verrenkten, aber ein Blick ihres Vaters genügte um sie woanders hinsehen zu lassen.
Firiel seufzte und sprach einen kleinen Zauberspruch, der ihr Herz stärken sollte, damit ihr Ausflug nicht voreilig beendet werden musste und ging dann zur Kutsche. Wo ihr Vater wartete. „Sei vorsichtig, Kleines. Ich wüsste nicht was ich tun soll, wenn auch du von mir gerissen werden würdest“, sagte ihr Vater besorgt, als er ihr in die Kutsche half, welche er extra wegen Firiels Krankheit gekauft hatte und nach Firiels Meinung vollkommen übertrieben war. Geltrude stieg nach Firiel in den Wagen und meinte: „Keine Angst Arthur, ich bin bei ihr, ich werde auf unseren Engel schon aufpassen“, sie machte dabei ein paar deutliche Anzeichen zu Arthur und gab dem Kutscher anschließend Bescheid loszufahren.
Sie führten die Verbrecher nach Forstwangen. Derwall, der Sheriff des Ortes bildete die Spitze, danach führte Elmar, der jüngste Zuwachs der Ordnungshüter, die Wilddiebe, welche von Tierra und Deremar begleitet wurden. Velverin sorgte für die Absicherung nach Hinten. Er war vor sechs Monaten hier in Forstwangen eingetroffen. Zuvor war er einfach nur durch das Land gestreift um es kennen zu lernen. Hierbei lernte er, dass im Gegensatz zu den anderen Ländern, welche er besucht hatte, Dunkelelfen nicht anders als andere Völker behandelt wurden. Sie lebten zwar ebenfalls eher unterirdisch, aber eher friedlich wie ihre Brüder und Schwestern auf der Oberfläche. Dies hatte ihn dazubewogen ein zu Hause zu suchen und in Forstwangen hatte er es gefunden.
In Derwall hatte er einen guten Freund gefunden und sich von ihm breit schlagen lassen, den Ordnungshütern beizutreten, ebenso war er bei ihm untergekommen. Ihm hatte er auch erzählt, dass er nicht einer der Dunkelelfen aus den hiesigen Ländern war. Es schien Derwall nicht zu stören und behielt es auch für sich. Überraschenderweise hatte Derwall Velverin nach einem Monat zu seinem Stellvertreter ernannt, obwohl Tierra und Deremar schon länger bei den Ordnungshütern dienten als Vel. Sie akzeptierten es ohne Widerspruch, auf Deremars Gesicht schien sich sogar Erleichterung widerzuspiegeln.
Derwall hatte Vel auch in seinem Haus aufgenommen, welches er alleine bewohnte, seit seine Frau verstorben war und seine Tochter geheiratet hatte. Seine Tochter Linda wohnte zusammen mit ihrem Mann Derrick und ihrem gemeinsamen Sohn Carrik auf dem gleichen Hof wie Derwall, hatten sich jedoch ein kleineres Haus errichtet und sie kümmerten sich auch um den Hof, da Derwalls Pflichten dies kaum zu ließen, trotzdem half er wo er konnte und Velverin wurde da auch mit eingespannt. Es fühlte sich wirklich wie ein zu Hause musste Velverin sich eingestehen und er hoffte, dass seine Familie endlich nachkommen würde. Aber wenn er bedachte wie lange er unterwegs gewesen war, bis er diesen Ort gefunden hatte. Konnte es noch etwas dauern. Ohne die Geschehnisse seiner Reise und auf direktem Wege würde die Dauer auf ungefähr ein Jahr schätzen. Es würde also noch eine Weile dauern bis sie ankommen würden.
Nachdem sie die Verbrecher eingesperrt hatten. Verließen Derwall und Vel das Garnisonsgebäude und ließen die anderen drei zurück. Sie waren kaum die Tür heraus, da fuhr Firiels Kutsche vorbei zur Verwunderung von Velverin. „Haben wir etwa hohen Besuch?“ fragte er seinen Freund. „Nein, nein“, antwortete er mit einem Lächeln. „Du kannst es kaum wissen, da du dich so gut wie nie im Ort blicken lässt. Aber du kennst doch sicher Arthur Astrae. An und für sich auch nicht so wichtig. Arthur zog mit seiner Tochter vor zwei oder drei Jahren aus Garanda her. Seine Tochter soll ein schwaches Herz haben und deswegen hat er ihr diese Kutsche geschenkt, damit sie sich nicht anstrengen muss und deswegen haben sie auch die große Stadt verlassen. Sie werden wohl fürs Fest einkaufen gehen.“ Velverin nickte es nur ab und sie gingen weiter in Richtung von Derwalls Hof.
„Da fällt mir gerade ein, wir müssen für dich auch noch was anfertigen lassen. Mit deinen alten Schinken von Kleidern kannst du dich kaum auf dem Frühlingsfest blicken lassen.“
Damit spielte Derwall auf Vels Kleidungsstücke an, die alle schon ziemlich abgenutzt waren und zudem bezweifelte er, dass sein dunkelhäutiger Freund, überhaupt etwas Festliches mit sich führte.
„Ich werde wohl eh nicht hingehen“, meinte Velverin nur trocken. Seit dem Tod seiner Frau war er nicht mehr so wild auf Festlichkeiten.
„Und ob du hingehen wirst. Wenn du dir ernsthaft ein neues Leben mit deiner Familie hier aufbauen willst, dann solltest du endlich mal mehr am Gemeinschaftsleben teilnehmen und dich nicht deine ganze freie Zeit nutzen, um dich im Haus zu verkriechen. Am besten machen wir das jetzt sofort, bevor du noch irgendeine Ausrede findest und anschließend gönnen wir uns noch ein Bierchen!“ Derwall klopfte Velverin kräftig auf die Schulter und schob ihn dann förmlich zur Schneiderei.
Firiel stand ganz still auf dem Sockel während Margarete, die alte Schneiderin Maß nahm. Anschließend brachte eine Gehilfin ein paar Stoffe herein, für einen musste Firiel sich entscheiden, das Problem war nur, dass ihr alle gefielen. Während sie sich die Stufe ansah, nahm die Schneiderin bei Geltrude Maß. Geltrude war gerade fertig und konnte sich nun auch den Stoffen zuwenden, als die kleine Glocke an der Eingangstür zur Schneiderei klingelte.
Velverin und Derwall waren angekommen und warteten im Verkaufsraum. Sie wurden von Margarete freundlich empfangen und gebeten doch bitte noch zu warten und verwies damit quasi auf Firiel und Geltrude.
Es dauerte noch gut eine Stunde bis die beiden Damen endlich fertig waren. Sie verabschiedeten sich von der alten Schneiderin und gingen durch den Verkaufsraum. Dabei fiel Firiel zum ersten Mal Velverin auf, der mit seiner dunklen Hautfarbe und seiner Augenklappe auffiel ohne Ende. Ihre Augen trafen sich kurz und Velverin sagte etwas, Firiel verstand es jedoch nicht. Wieder in der Kutsche fragte sie ihre Lehrerin: „Wer war denn das neben Herr Derwall? Ich habe ihn noch nie gesehen.“
„Er ist ein neues Mitglied unserer Ordnungshüter. Vilvaren oder so ähnlich, heißt er glaub ich. Er zeigt sich jedoch nicht sehr oft, wenn die Gerüchte stimmen. Außerdem soll er ein Svart Alfar sein“, erklärte Geltrude.
„Ein Svart Alfar?“ Firiel war ganz aufgeregt. „Hier bei uns?“
„Kind, denk an dein Herz“, ermahnte Geltrude und befürchtete, dass Firiel sich zu sehr für den Fremdling interessieren könnte. Er würde definitiv einen schlechten Einfluss bedeuten ihrer Meinung nach, vor allem für ihre Pläne. Ihre Pläne für Firiel sahen keinen Mann in ihrem Leben vor und bisher konnte sie Arthur gut genug kontrollieren, dass er jeden Werber um Firiel ablehnte. Sie musste jedoch dabei auch vorsichtig sein. Im Gegensatz zu ihrer Zeit in Garanda konnte sie hier in Forstwangen nur begrenzt auf ihre Verbindung zurückgreifen.
Montag, 23. März 2009
Prolog, die zweite
„Ruhe sanft, meine Liebe!“ sprach er und legte eine Sternrose auf ihr Grab. Velverin sprach im Stillen mit seiner Frau Alira, welche vor wenigen Monaten ihr Leben für seines gegeben hatte. Ihr Tod hatte ihn in tiefer Trauer zurückgelassen. Nicht besser ging es den anderen Anwesenden, welche hinter ihm standen. Darunter Faeryl und Bazdur ihre zwei ältesten Kinder, sein Bruder Ranaghar, der mit ihrem Tod auch seinen langen Groll gegen Velverin begraben hatte, und noch ein paar Freunde und alte Weggefährten. Während er zurück in die Reihe trat, damit seine Tochter Abschied nehmen konnte, dankte er der Sonnengöttin Sifara, dass sie die Unwetterwolken fernhielt und Alira mit ihrem strahlenden Gesicht einen schönes Geleit gab. Nach Faeryl, verabschiedete sich ihr Bruder Bazdur von seiner Mutter und anschließend Ranaghar. Zum Abschluss hielt der Priester noch eine kurze Predigt und danach löste sich die Trauergesellschaft auf.
Den Rest des Tages trauerte jeder für sich weiter. Abwechselnd kümmernden sie sich um den jüngsten Nachwuchs des Hauses Kilsek, den zweieiigen Zwillingen, Amorith und Tirendel. Am Abend jedoch kamen sie wieder zusammen um zu planen, wie sie weiter machen wollten. Es war klar, dass sie nicht in Dolchfurt bleiben konnten. Dies hatte schon festgestanden, bevor Alira von ihrem eigenen Vater entführt worden war. Das Volk der Dunkelelfen hatte in anderen Teilen Vuriens erneut einen Krieg vom Zaun gebrochen. Obwohl die Bewohner Dolchfurts Velverin und seine Kinder seit Jahren kannten, brachen die alten Vorurteile gegenüber Dunkelelfen und die Horrorgeschichten über sie erneut aus. Alira und Velverin wollten nicht, dass ihre zwei jüngsten Sprösslinge damit aufwuchsen. Sie hatten beschlossen Vurien zu verlassen und ein anderes Heimatland zu suchen. Vel hatte vorgehen sollen und Alira wäre mit den kleinen Nachgekommen sobald er etwas Passendes gefunden hatte. So sollte der Plan auch weiterhin aussehen, wobei Ranaghar hier widersprach. Velverin sollte sich nun um seine Kinder kümmern und würde eine neue Heimat suchen. Sie diskutierten die ganze hindurch, bis Vel es geschafft hatte sich seinem großen Bruder zu widersetzen. Wobei es ein paar Änderungen im Plan gab. Bazdur und sein Onkel würden ihre Kenntnisse des Arkanen zusammen werfen und eine Art Kommunikationsgerät schaffen, womit Vel kurze Nachrichten an sie senden konnte und umgekehrt. Ebenso würde Ranaghar seine Nichten und Neffen zu seiner alten Behausung führen, bis Vel Erfolg vermelden würde. Zwei Wochen später waren die Vorbereitungen abgeschlossen und nach einem letzten Abschied von Alira brauch jeder in seine eigene Richtung auf.
Den Rest des Tages trauerte jeder für sich weiter. Abwechselnd kümmernden sie sich um den jüngsten Nachwuchs des Hauses Kilsek, den zweieiigen Zwillingen, Amorith und Tirendel. Am Abend jedoch kamen sie wieder zusammen um zu planen, wie sie weiter machen wollten. Es war klar, dass sie nicht in Dolchfurt bleiben konnten. Dies hatte schon festgestanden, bevor Alira von ihrem eigenen Vater entführt worden war. Das Volk der Dunkelelfen hatte in anderen Teilen Vuriens erneut einen Krieg vom Zaun gebrochen. Obwohl die Bewohner Dolchfurts Velverin und seine Kinder seit Jahren kannten, brachen die alten Vorurteile gegenüber Dunkelelfen und die Horrorgeschichten über sie erneut aus. Alira und Velverin wollten nicht, dass ihre zwei jüngsten Sprösslinge damit aufwuchsen. Sie hatten beschlossen Vurien zu verlassen und ein anderes Heimatland zu suchen. Vel hatte vorgehen sollen und Alira wäre mit den kleinen Nachgekommen sobald er etwas Passendes gefunden hatte. So sollte der Plan auch weiterhin aussehen, wobei Ranaghar hier widersprach. Velverin sollte sich nun um seine Kinder kümmern und würde eine neue Heimat suchen. Sie diskutierten die ganze hindurch, bis Vel es geschafft hatte sich seinem großen Bruder zu widersetzen. Wobei es ein paar Änderungen im Plan gab. Bazdur und sein Onkel würden ihre Kenntnisse des Arkanen zusammen werfen und eine Art Kommunikationsgerät schaffen, womit Vel kurze Nachrichten an sie senden konnte und umgekehrt. Ebenso würde Ranaghar seine Nichten und Neffen zu seiner alten Behausung führen, bis Vel Erfolg vermelden würde. Zwei Wochen später waren die Vorbereitungen abgeschlossen und nach einem letzten Abschied von Alira brauch jeder in seine eigene Richtung auf.
« vorherige Seite
(Seite 1 von 2, insgesamt 6 Einträge)
nächste Seite »


